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Archiv für die Kategorie ‘Toyota Land Cruiser HZJ79 "Maltec"’

Land Cruiser HZJ79 “Maltec”

geschrieben am 30. Juli 2009 um 10:07 von netzmeister

Für heute hat der Probefahrttourist was ganz feines in die Finger bekommen: Einen HZJ79 mit Kabine und einigen weiteren Modifikationen von Maltec - extrem auf Leichtbau getrimmt. Das Teil werde ich mir heute mal anschauen!

 

Quadratisch, praktisch…gut?

geschrieben am um 19:07 von netzmeister

Beginnen wir mit dem Äußeren:

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Die Kabine von Maltec hält sich wahrlich nicht lange mit Designfragen auf…einsfuffzich hoch, einssiebzich breit, zwodreissich lang, und fertich ist der Schuhkarton (zugunsten der Lesbarkeit nochmal in Zahlen: L x B x H = 2.300 x 1.700 x 1.500 mm). “Schuhkarton” meine ich dabei keinesfalls negativ, mir persönlich gefällt so eine schlichte Kabine sogar sehr gut. Auch auf eine Abschrägung am Heck wurde verzichtet, was in diesem Fall aber absolut nicht tragisch ist: Die Kabine verschlechtert den Böschungswinkel kaum, da beim 79er ohnehin die hinteren Federaufnahmen weit nach hinten ragen.

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Verwendet wurde PP-Wabenmaterial - eine schlichte Philosophiefrage, Malte bevorzugt das Material einfach gegenüber den üblichen Sandwich-Platten mit Schaumkern.

Die Kabine ist getrennt vom Führerhaus gelagert und über einen Balg verbunden, ausreichend Beweglichkeit ist im Gelände also gewährleistet.

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…nachher geht´s weiter mit den äußeren Details…

 

Kinderkrankheiten…

geschrieben am 31. Juli 2009 um 00:10 von netzmeister

Als ich gerade auf der Autobahn unterwegs war, ging mir plötzlich der Sprit aus - obwohl im hinteren Tank laut Anzeige noch gut ein Achtel drin sein sollte. Schnelle Reaktion, Umschalten auf den vorderen (”Wo ist der ver§$%& Schalter? Wo ist eigentlich das Licht? BREMST DER LKW HEUTE NOCH???”) und 5 Sekunden Orgeln haben es dann aber noch retten können.

Aber der 79er ist ja gestern erst aus der Werkstatt gerollt worden - sowas kann passieren.

 

Not my home, but my castle…für heute Nacht

geschrieben am um 01:03 von netzmeister

Für heute Nacht habe ich mich mit dem Kabinenwägelchen in den Kraichgau verzogen und mich irgendwo aufs freie Feld gestellt…und so sitze ich hier noch gemütlich mit dem Laptop auf dem ausziehbaren Tischchen und schreibe Euch ein paar Zeilen.

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Machen wir aber erst einmal außen weiter: Unter der Kabine ist links und rechts ein Sandblech-Abweiser montiert. Der würde zwar bei der ersten ernsthaften Grundberührung vermutlich aufgeben, aber soweit wird es wohl eher nicht kommen. Immerhin ist das hier  ein Reisemobil, kein Trialgerät.

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Direkt mittig unter dem Heckeinstieg liegt der Spiritus-Tank für den innen verbauten Origo-Kocher - der Ort mag ein wenig ungewöhnlich sein, aber dafür stinkt auch nicht das ganze Auto, wenn man beim Tanken was verschüttet. Zumindest nicht, was den Spiritus angeht…aber dazu kommen wir später noch.

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Wolle man reilosse?

geschrieben am um 01:18 von netzmeister

Die Einstiegskante ist hoch. Irgendwie logisch. Also braucht der geneigte (Erst)besteiger ein Leiterchen, um sich irgendwie da hochzuschaffen. Dieses Leiterchen ist ein Schmuckstück des Yacht-Zubehörs und gar praktisch unter dem Heck befestigt, das muß man sagen. Allerdings würde ich gerne live miterleben, wie lange sich dieses Schmuckstück im täglichen Gebrauch hält: Wirkliches Vertrauen habe ich im Moment nicht.

Wer dann mal drin ist - das habe ich vorhin am eigenen Leib erfahren - hat dann allerdings ein ganz anderes Problem: Die Heckklappe hat noch keinen Zuzieh-Griff. Nichts bietet den müden Griffeln ausreichend Halt, um das “Kläppsche” zu schließen. Aber ich gehe mal davon aus, daß der Griff noch kommt…ebenso wie die Möglichkeit, die Klappe dann von innen zu verschließen: Den Riegel konnte ich zwar vorschieben, das Schloß jedoch nicht verriegeln. Heißt im Klartext: Wenn mich heute Nacht jemand klaut, ist Malte schuld. Dankesbriefe also dann bitte direkt an ihn.

 

Guten Morgen!

geschrieben am um 09:06 von netzmeister

…also: Nicht erst jetzt, sondern schon um halb sieben.

Geschlafen habe ich wie ein Murmeltier. Leider wurden die Kanten des Ausbaus und der Boden vorgestern frisch geölt. Im Moment fühle ich mich noch etwas bekloppt im Kopf. Aber diese vielen Farben sind schon toll…hey, ist das Elvis da hinten?

Wie auch immer: Der Ausbau ist schlicht, funktionell und handwerklich sehr sauber gemacht. Die Spüle (mit Anschluß für eine Außendusche) bedient sich mit 2 separaten Hähnen aus je einem 50-Liter-Tank für Trink- und Brauchwasser, auf eine Filteranlage wurde wegen der kompletten Trennung beider Systeme verzichtet. Der Clou: Das Brauchwasser wird über die verbaute Webasto Dual-Top mit integriertem Boiler erhitzt, so hat man ständig 16 Liter Warmwasser zur Verfügung. Der zweiflammige Origo-Kocher und die große Engel-Box (und eine kleine zwischen den Sitzen) komplettieren die Ausstattung. Die kleinen 5-Watt-LED-Lampen sind nett! Mit 60 Euro das Stück allerdings auch nicht gerade ein Schnäppchen.

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Der komplette Innenausbau mit Tanks, Kocher, Leitungen, Pumpe usw., jedoch ohne die (schwere) Heizung & die Polster wiegt knapp unter 100 Kilo - das ist vertretbar.

 

Augen auf beim Tankverlauf!

geschrieben am um 11:26 von netzmeister

Vorhin hatte ich ja schon eine leichte Andeutung gemacht: Ganz so abgekoppelt von allen schmutzigen Arbeiten ist der Innenraum nämlich nicht…auf Wunsch des Kunden wurde der Befüllstutzen für den hinteren Tank in den Boden der Kabine integriert. Das hat den schlichten Grund, daß durch die Befüllung direkt von oben das gesamte Tankvolumen auch voll ausgereizt werden kann - hat allerdings auch den Nachteil, daß man wirklich, wirklich, wirklich (wirklich!) sauber und konzentriert tanken sollte…

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…eine absolute Horrorvorstellung, wenn die Zapfpistole an der LKW-Säule zu spät abschaltet… =:-o

 

Deckel auf!

geschrieben am um 18:31 von netzmeister

Weil vorhin die Nachfrage im Forum kam: Ja, das ist ein Hubdach auf der Kabine! Sorry, da bin ich noch garnicht dazu gekommen…

Das Dach wird von zwei Gasdruckdämpfern gehalten, Material und Verarbeitung machen einen guten Eindruck. Beim runtermachen muß man erst ordentlich ziehen, bevor es dem ungeübten “Erstbenutzer” auf den letzten 10 Zentimetern dann schließlich auf den Kopf fällt…aber gut, ändert ja auch nix mehr bei mir. :-p

Links und rechts fehlen noch zwei Schlaufen für einen Gummizug, der die Seitenwände beim runterklappen automatisch in den Innenraum zieht - das kommt aber noch, das hat Malte mir gleich zu Anfang gesagt. Ich Depp hatte natürlich beim ersten Einklappen mindestens zwei Hände zu wenig (wie immer) und eine Seitenwand fein raushängen lassen. Aber ich bin halt auch kein Klappdachbenutzer im “richtigen Leben”, ich hab sowas ja nicht… ;-)

 

HZJ79: Fragen #1

geschrieben am um 18:55 von netzmeister

Fragen aus dem Forum:

Onkelchen: Gesamthöhe an der hinteren Kante der Kabine: 2,44 m. An der vorderen Kante 5 cm weniger, unbeladen steht er hinten gut hoch.

Robert: Im Moment steht die Klappe sogar ein wenig weiter als 90° auf. Wasser kann jedoch keins ins Fahrzeug laufen, da das Scharnier geschlossen ist. Und: Der Neigungswinkel der geöffneten Klappe kann über die Dämpfer-Aufnahmen eingestellt werden.

 

Video: Öffnen des Klappdaches

geschrieben am 1. August 2009 um 11:15 von netzmeister

Kleines Filmchen: Öffnen und schließen des Klappdaches…

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HZJ79: Fragen #2

geschrieben am 2. August 2009 um 12:09 von netzmeister

Sönke fragte im Buschtaxi-Forum nach den im Innenausbau verbauten Platten:

Die Platten des Korpus haben 13 mm, die Klappen, Frontblenden und die Platten der Liegefläche 10 mm. Das ist völlig ausreichend, wobei die Schubladen für mein Gefühl sogar überdimensioniert und damit deutlich zu schwer sind. Sprich: Da ginge noch was, aber sooo groß wäre der Gewinn dann auch wieder nicht. Die Platten der Liegefläche werden sich irgendwann ob der Belastung ein wenig verbogen haben, könnte ich mir vorstellen. Ist ja aber nicht weiter tragisch.

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Die Liegefläche ist übrigens mit Alcantara bezogen.

Insgesamt ist der Ausbau extrem sauber und sorgfältig gearbeitet, gefällt mir sehr gut. Schlicht und geradlinig, ohne Firlefanz, und schön anzuschauen.

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Der Boden ist in sandigen Gebieten wohl eher eine Qual: Versucht mal, da den Sand rauszufegen…aber dafür ist es wohl sehr günstiges Material, was man nach der Tour einfach rausrollen und neu verlegen kann.

 

Das Fahrwerk

geschrieben am um 21:23 von netzmeister

…ist völlig unspektakulär: Rundum Heystee (also hinten Parabolic, vorne Eibach). Dazu “Maltec-Dämpfer” (wohl ähnlich wie die Konis) und 255er BFG MTs auf Alcoa-Felgen. Das ganze paßt sehr gut zum ganzen Fahrzeug und überzeugt in den meisten Fällen auch: Die Verschränkung ist nicht übermäßig, aber absolut ausreichend (und eine hintere Sperre gibt es ja auch noch). In Kurven liegt die Pommesbude (erstaunlicherweise) wie ein Brett, folgt auch bei heftigem Untergrund sauber und ohne Zickereien der angepeilten Richtung und ist dabei keinesfalls unkomfortabel. Ich habe einiges versucht, aber ein “aufschaukeln” hat er jederzeit sofort unterbunden. Soweit gefällt mir das sehr gut.

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Nur: In bestimmten Situationen neigt das ganze Fahrzeug zu kurzen, “hoppeligen” Nickbewegungen, vor allem ist mir das auf Asphalt bei 80-100 km/h aufgefallen (auf Feldwegen nie). Dabei merkt man am Schnittpunkt Fahrerhaus/Kabine deutlich, wie sich Vorder- und Hinterwagen gegenläufig bewegen und sich richtiggehend aufschaukeln. Das ist mir beim serienmäßigen 79er so noch nicht aufgefallen, obwohl hier Fahrerhaus und Pritsche ja auch getrennt sind.

Und: Für mein Gefühl sind die Dämpfer noch ein wenig zu straff.

 

Und jetzt das Highlight: Der Motor!

geschrieben am um 22:11 von netzmeister

Das beste habe ich Euch bis zum Schluß vorenthalten: Das Motörchen…

Ich sag´s Euch direkt und ohne Umschweife, damit der Schock auch richtig schön wirkt: Verbaut ist ein nagelneuer (!) 1HD-T der 2ten Generation, gekauft direkt ab Lager von Toyota. Gut, das wird den nicht-eingefleischt-völlig-bekloppt-Toyota-Fans jetzt nichts sagen, aber Ihr dürft Euch mit der Anmerkung begnügen, daß dieses aus dem vollen gefeilte Stückchen Ingenieurskunst mit zum feinsten zählt, das man sich als Offroad-Enthusiast zwischen Kühler und Spritzwand pappen kann.

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In Zahlen, für die nicht-Eingeweihten: 6 Zylinder Reihe, 4.164 ccm, Direkteinspritzung, Abgasturbolader, 160 PS und 360 Nm. Also - wie damals bei diesen Fahrzeugen üblich - ein riesen Block, dem zugunsten der Haltbarkeit nicht ansatzweise die Leistung entlockt wird, die er zu bringen imstande wäre. Was ihm einen unvergleichlich Dampfmaschinen-ähnlichen Charakter verleiht.

Und das Teil macht einen Spaß…ich kann Euch sagen. Er ist zwar nicht so aggressiv wie sein Vorgänger, mein geliebter 12H-T, und nicht so kraftvoll wie seine Nachfolger namens HD-FT und HD-FTE. Aber er entwickelt agil und drehzahlfreudig genau im richtigen Moment Kraft und Schub, daß es eine wahre Freude ist. Das natürlich, wie es der Hubraum erwarten läßt, ohne wirklich spürbares Turbo-Loch. So richtig knallt es, wenn man ihm bei höheren Geschwindigkeiten ordentlich auf den Hals tritt: Von 80-100 braucht er im fünften Gang 7 Sekunden, von 60 bis 80 im vierten ebenfalls…und bis 140 ist kein Nachlassen spürbar. Komplett ausgetestet habe ich es natürlich nicht, das muß man einer neuen Maschine (noch mit Einlauföl befüllt) nicht zumuten.

Ja, ich gebe zu: Einen nagelneuen 1HD-T mit gerade mal 500 km auf der Uhr zu bewegen, war für mich wirklich etwas besonderes.

Aber das besondere hat natürlich seinen Preis: Fabrikneu, inkl. 5-Gang-Schaltgetriebe aus dem J8, Einbau, Anpassungen…das bewegt sich schon fast in Bereichen, zu denen man im nahen Osten einen neuen HZJ79 in Basis-Ausstattung bekommt. Aber dazu später mehr.

 

Video: Kurze Fahrsequenzen…und Motor :-)

geschrieben am um 22:19 von netzmeister

Hier ein paar völlig unspektakuläre, nichtssagende, dilettantisch zusammengewackelte Fahraufnahmen…damit Ihr ihn wenigstens mal in Bewegung seht:

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Land Cruiser HZJ79 “Maltec”: Das Fazit

geschrieben am 7. August 2009 um 00:12 von admin

Im ersten Moment mag man ein wenig überrascht sein, wenn Malte Asmus mit seinen gerade mal 24 Jahren und seiner lockeren Art auf einen zu zukommt: “Was denn…dieser Jungspund baut Expeditionsfahrzeuge?”

Dabei muß man allerdings wissen, daß “dieser Jungspund” schon mehr Offroad-Erfahrung als manch anderer gesammelt hat, sei es als Motocrosser in der frühen Jugend, bei Touren und Rallyes in Nordafrika, Teilnehmer bei GORM oder Breslau, Fernreisen bis nach China, als Mechaniker bei Spector in den USA oder, zuletzt, beim Cruiser-Spezialisten IAV Berg in Iserlohn. Es steckt also auch  tatsächlich was dahinter, nicht zuletzt auch sein neuer Partner: Rolf Krause ist in der Szene ein Begriff, beschäftigt sich seit gefühlten Ewigkeiten mit Fahrzeug(leicht)umbauten und bereichert nun das neue Unternehmen mit seinem Know-How.

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